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Empfehlungen zur Gruppenarbeit


Rahmenbedingungen für Selbsthilfegruppen-Treffen

Regelmäßige Treffen
wöchentlich, 14-tägig, 2 x oder 1x monatlich.

Zeitliche Begrenzung der Treffen
Die Sitzungen sollten zeitlich begrenzt sein. Es wird empfohlen, sich auf 1½stündige Sitzungen zu beschränken. Niemand kann alle Probleme während einer Sitzung lösen, und es ist wichtig, dass man es auch nicht versucht. Die Sitzungen sollen pünktlich beginnen und zur abgesprochenen Zeit enden. In diesen Zusammenhang gehört auch, dass verhinderte Teilnehmer/-innen sich entschuldigen.

Gruppengröße
Die ideale Größe für eine Gesprächsgruppe ist 5 bis 12 Personen.

Neutraler Treffpunkt
Die Sitzungen sollen eher in einer neutralen Umgebung stattfinden als in der Wohnung eines Mitgliedes. In einer Privatwohnung gibt es immer Unruhe (Telefon, Kinder usw.).

Kein Verzehr während des Gruppentreffens
Während der Gruppensitzungen sollte nichts verzehrt oder geraucht werden. All dies dient der Ablenkung von den anstehenden Aufgaben.

Gemeinsame Verantwortung für die Gruppe
Die Gruppenleitung sollte wöchentlich wechseln. Jedes Treffen sollte von einer/m anderen Teilnehmer/-in geleitet werden. Die Verantwortung besteht darin, pünktlich mit der Sitzung zu beginnen, ein Thema für den Erfahrungsaustausch auszusuchen und einige Minuten dafür zu reservieren, dass man am Ende der Sitzung noch organisatorische Dinge besprechen kann sowie die/den Leiter/-in für die nächste Sitzung zu bestimmen.

Beginn und Ende des Gruppentreffens
Der Beginn eines Treffens kann mit einem Blitzlicht beginnen und mit einem Blitzlicht enden. So hat jedes Gruppenmitglied die Möglichkeit etwas zu sagen.

Umgang mit „Neuen“ in der Gruppe
Es ist wichtig, dass die Gruppe Verabredungen trifft, wie „Neue“ in die Gruppe aufgenommen werden sollen, damit diese einen guten Start haben. Es besteht auch die Möglichkeit eine Gruppe nicht für „Neue“ zu öffnen, oder für eine gewisse Zeit die Gruppe für „Neue“ zu schließen.


Kommunikationsempfehlungen für Selbsthilfegruppen

Punkt 1 Schweigepflicht
„Ich wünsche mir Vertrauen in der Gruppe, deshalb trage ich nichts nach draußen.“

Punkt 2 Pünktlichkeit
„Ich habe große Wertschätzung gegenüber den anderen Gruppenteilnehmer/-innen, deshalb bin ich pünktlich und nehme mir die Zeit für das Gruppentreffen.“

Punkt 3 Keine Ratschläge
Mit Ratschlägen habe ich schon schlechte Erfahrungen gemacht. Erzähle mir lieber von Deinen Erfahrungen.

Punkt 4 Keine Wertungen
Ich höre dem anderen aufmerksam zu und lasse ihm soviel Zeit wie er braucht. Wenn jemand aus der Gruppe über seine Erfahrungen spricht ist es nicht „richtig“ oder „falsch“, sondern seine eigene Wahrnehmung. Ich werte sie nicht. Dann brauche ich auch keine Angst zu haben, etwas Falsches zu sagen.

Punkt 5 Störungen haben Vorrang
Die Gruppe soll meine ganze Aufmerksamkeit haben. Wenn mich etwas stört sage ich es, damit ich wieder am Thema mitarbeiten kann.

Punkt 6 Ich-Botschaften
Ich bin wichtig, deshalb spreche ich von mir und nicht allgemein von „man“ oder über andere.

Punkt 7 Verantwortung
Ich übernehme Aufgaben in der Gruppe nach meinen Fähigkeiten. Jeder sollte die Möglichkeit haben in der Gruppe zu üben, Verantwortung zu übernehmen.

Diese Tipps für die Arbeit in Selbsthilfegruppen sind als Anregungen gedacht.
Jede Gruppe wird letztendlich ihren eigenen Stil entwickeln, der sich aus den Bedürfnissen der TeilnehmerInnen ergibt.

 



 
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